- Meditation und KI zusammen: erst die eigenen Gedanken beobachten, dann von der KI die Muster und Zusammenhänge dazwischen finden lassen.
- Ziele rückwärts denken statt vorwärts: so tun, als wäre das Ziel erreicht, und den Weg dorthin rekonstruieren lassen.
- Bei KI-Agenten nicht mit der Technik anfangen, sondern mit der Frage, wo du heute wirklich Zeit verlierst.
- Tally ist der Tool-Tipp der Folge: über den MCP-Connector baust du komplexe Formulare mit Verzweigungslogik in natürlicher Sprache.
- Der häufigste Bremsklotz ist die Angst, etwas kaputtzumachen. Wer mit unkritischen Daten anfängt, kann fast nichts falsch machen.
Muster in deinen Gedanken finden
Ich meditiere jeden Morgen, um zu beobachten, was mich gerade beschäftigt. Danach lasse ich die KI die Muster und Zusammenhänge dazwischen suchen – die Dinge, die ich selbst nicht sehe.
Du bekommst gleich eine ungeordnete Sammlung von Gedanken, die mich in letzter Zeit beschäftigt haben. Sie sind roh, unsortiert und teilweise widersprüchlich. Das ist Absicht. Deine Aufgabe ist nicht, mir Ratschläge zu geben. Deine Aufgabe ist, mir zu zeigen, was ich selbst nicht sehe. Geh in dieser Reihenfolge vor: 1. Themen Fasse zusammen, worum es überhaupt geht. Höchstens sieben Themen, in meinen eigenen Worten, nicht in Coaching-Vokabular. 2. Muster Was taucht mehrfach auf, ohne dass ich es als zusammenhängend beschreibe? Belege jedes Muster mit den konkreten Stellen aus meinem Text, auf die du dich stützt. 3. Verbindungen Welche zwei Themen haben auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun, hängen aber vermutlich zusammen? Sag jeweils dazu, wie sicher du dir bist. 4. Spannungen Wo widerspreche ich mir selbst? Wo will ich zwei Dinge, die sich gegenseitig ausschließen? 5. Die blinde Stelle Ein Thema, das erkennbar Gewicht hat, das ich aber auffällig knapp abhandle. Zum Schluss: genau eine Frage, die ich mir stellen sollte. Keine Liste, keine Handlungsempfehlungen, keine Ermutigung. Wenn dir für einen Punkt die Grundlage fehlt, schreib das hin, statt etwas zu konstruieren. Hier sind meine Gedanken: [Roh reinschreiben oder reinsprechen. Nicht vorsortieren.]
Ziele rückwärts planen
Statt zu fragen, was du morgen tun sollst, gehst du vom fertigen Ergebnis aus zurück. Ich mache das meistens mit Claude.
- Das Ziel als erreicht beschreiben Schildere der KI dein Ziel so, als hättest du es bereits erreicht. Nicht "ich will", sondern "es ist geschafft, und zwar so".
- Den Weg rekonstruieren lassen Lass die KI von dort aus rückwärts gehen: Was musste unmittelbar davor passieren, damit das eintritt? Und davor? So arbeitet sie sich bis zum Heute durch.
- Meilensteine umdrehen Aus dem Rückweg werden deine Milestones. In die richtige Reihenfolge gebracht ist das dein Action-Plan – mit Zwischenschritten, auf die du vorwärts denkend nicht gekommen wärst.
Wie sich dein Berufsfeld verändert
Nimm deinen konkreten Beruf und lass dir zeigen, was in den nächsten Jahren darauf zukommt. Es kommen erstaunlich viele Dinge heraus, die man selbst nicht auf dem Schirm hat, weil man ein Stück weit berufsblind geworden ist.
Du analysierst, wie sich mein Berufsfeld durch KI verändert. Sei nüchtern und unbequem. Ich will keine Beruhigung und keine Panik, sondern eine belastbare Einschätzung. Mein Kontext: - Beruf und Rolle: [z.B. Steuerberaterin in einer Kanzlei mit 12 Leuten] - Branche und Marktumfeld: [...] - Womit ich meine Woche tatsächlich verbringe: [die drei bis fünf Tätigkeiten mit dem größten Zeitanteil] - Was mich heute von Kollegen unterscheidet: [...] - Womit ich schon arbeite: [Tools, Erfahrungsstand] Arbeite das so ab: 1. Aufgaben zerlegen Zerleg meinen Beruf in einzelne Tätigkeiten. Sortiere jede in eine von drei Gruppen: fällt in den nächsten 24 Monaten weitgehend weg, verändert sich stark, wird wertvoller. Begründe jede Einordnung in einem Satz. 2. Der unbequeme Teil Welche Tätigkeit, auf die ich vermutlich stolz bin, wird als Erstes wertlos? Sag es direkt. 3. Blinde Flecken Was übersehen Leute in meinem Berufsfeld typischerweise, weil sie zu lange drin sind? Nenne drei Dinge, die von außen offensichtlich wären. 4. Der Vorsprung Was müsste ich können, um in diesem Feld deutlich weiter zu sein als die meisten? Unterscheide zwischen dem, was in Wochen erlernbar ist, und dem, was Jahre braucht. 5. Der Plan Was mache ich diese Woche, was in den nächsten drei Monaten, was in den nächsten zwölf. Pro Zeitraum höchstens drei Punkte, jeder konkret genug, dass ich morgen anfangen kann. Stell mir vorab bis zu drei Rückfragen, wenn dir Kontext fehlt. Wo du spekulierst, schreib dazu, worauf sich deine Einschätzung stützt.
Wo du mit einem KI-Agenten anfängst
Der übliche Fehler ist, von der Technik her zu denken. Der bessere Einstieg ist dein eigener Zeitfresser.
- Beim Problem ansetzen, nicht beim Tool Frag nicht, was ein Agent kann. Frag, wo du heute Zeit verlierst, wo Kosten entstehen und welche Abläufe sich ständig wiederholen.
- Den Prozess beschreiben Nimm Claude oder ChatGPT und beschreib diesen wiederkehrenden Ablauf in eigenen Worten. Danach überlegst du gemeinsam mit der KI, wo genau der Agent einsteigt.
- Den Agenten aufsetzen Mit einem ChatGPT-Business-Account legst du dafür einen Workspace Agent an. Der bringt Anweisungen, Skills und Konnektoren an einer Stelle zusammen – also auch die Fähigkeit, Aktionen wirklich auszuführen.
Nichts davon ist Rechtsberatung. Sobald sensible Daten im Spiel sind, schaut ein Datenschutzbeauftragter oder ein Fachanwalt drauf. Für den Einstieg reichen Anwendungsfälle ohne sensible Daten: ein Marketingkonzept erarbeiten, Feedback zu einem Pitch einholen. Wer auf Nummer sicher gehen will, arbeitet mit den Business- oder Enterprise-Tarifen von ChatGPT und Claude.
Vom Browser in die Desktop-App
Wenn du bisher nur in der Weboberfläche arbeitest, ist das der nächste Schritt. Die Desktop-App kann lokal auf deinem Rechner arbeiten.
- App installieren Claude oder ChatGPT als Desktop-App laden.
- Ein Projekt anlegen Leg ein Projekt für ein konkretes Vorhaben an, an dem du ohnehin gerade arbeitest.
- Kontext und Systemanweisungen hinterlegen Ein paar Informationen zum Vorhaben rein, dazu eine Anweisung, worum es in diesem Projekt geht.
- Einen Skill anlegen und loslegen Dann einfach anfangen zu arbeiten und ausprobieren. Am meisten macht man kaputt, wenn man sich gar nicht traut.
Drei feste Use Cases als eigener Modell-Test
Die Frontier-Modelle sind inzwischen so gut, dass man als normaler Nutzer kaum noch merkt, worin der Fortschritt eigentlich besteht. Mit drei festen Aufgaben siehst du ihn.
- Eine Denkaufgabe Etwas Konzeptionelles brainstormen lassen.
- Eine Programmieraufgabe Eine klar umrissene Aufgabe, die Code erfordert.
- Eine agentische Aufgabe Etwas Mehrstufiges: eine Web-Recherche, die aufbereitet und danach in eine Präsentation oder eine Landing Page überführt wird.
- Bei jedem neuen Modell exakt wiederholen Immer dieselben drei Aufgaben, unverändert. Erst der direkte Vergleich zeigt dir, was sich tatsächlich verändert hat.
- Tally Formulare und Fragebögen. Über den MCP-Connector baust du auch komplexe Verzweigungslogik in natürlicher Sprache. Basis kostenlos, für den Connector brauchst du den Plus-Plan. ↗
- Claude Mein Hauptwerkzeug für Action-Pläne, Agenten und den Tally-Connector. ↗
- ChatGPT Seit der GPT-5.6-Familie wieder täglich im Einsatz, vor allem der Voice Mode. ↗
- Model Hardware Standard (Research Preview) Der Standard, über den KI-Modelle künftig Hardware ansteuern sollen – vorgestellt am Beispiel eines Mikroskops in der biomedizinischen Forschung. ↗
- Claude Fable 5.1 Das neue Modell von Anthropic, unter anderem deutlich stärker bei Agentic Coding und Terminal Bench. ↗