- Computer-Use und Browser-Use: Die KI bedient Programme und Websites selbst. Du musst Blender oder After Effects nicht mehr können, um damit etwas zu bauen.
- Geplante Aufgaben liefern dir ungefragt ein Briefing – jeden Morgen, im festen Rhythmus, statt dass du jedes Mal danach fragst.
- Konnektoren machen die KI zur Schaltzentrale zwischen deinen Systemen. Der Datenschutz muss aber vorher geklärt sein, nicht danach.
- Agent-ready wird dein Unternehmen über Dokumentation: eine zentrale Quelle, auf die jede KI per Konnektor zugreift – statt Wissen in jedem System einzeln.
- Zur Sicherheitsdebatte: Der wahre Kern stimmt, die Inszenierung ist auffällig. Panik hilft niemandem, begrenzte Rechte und ein Mensch in der Schleife schon.
Browser-Use im Alltag: eine lästige Routine abgeben
Mein konkretes Beispiel aus der Folge. Das Prinzip trägt überall dort, wo es keinen Konnektor gibt, du die Aufgabe aber trotzdem nicht mehr selbst machen willst.
- Die Routine als festen Text ablegen Bei mir steht der Essensplan im Kalender – Mittag und Abendessen, der Rest ist ohnehin jeden Tag gleich. Die KI braucht eine Quelle, aus der sie sich bedienen kann, keinen Chatverlauf.
- Die KI die Quelle lesen lassen Claude zieht sich den Plan aus dem Kalender. Das ist der Teil, der über einen Konnektor läuft.
- Den Rest über den Browser erledigen lassen Für MyFitnessPal gibt es keinen offiziellen Konnektor. Also geht die KI über den eingebauten Browser auf die Seite und trägt selbst ein. Vorher ging das nur über die Chrome-Erweiterung, inzwischen ist der Browser direkt in Claude.
- Prüfen, solange du noch nicht vertraust Browser-Use ist zuverlässiger geworden, aber nicht unfehlbar. Bei allem, was Geld, Termine oder Daten betrifft, schaust du am Anfang drüber.
Ein Briefing, das von allein kommt
Geplante Aufgaben gibt es in ChatGPT und in Claude. Der Unterschied zur normalen Anfrage: Du fragst nicht, es kommt.
- Überlegen, was du ohnehin jeden Tag nachschaust Frag die KI ruhig selbst danach: Welche wiederkehrende Information würde mir morgens Zeit sparen? Das ist meistens ergiebiger, als sich eine Aufgabe auszudenken.
- Zeitpunkt und Rhythmus festlegen Täglich, wöchentlich, zu einer festen Uhrzeit. Ich lasse mir eine tägliche KI-News-Recherche geben: was in den letzten 24 Stunden passiert ist.
- Mit einem Konnektor verbinden, wenn es mehr sein soll Erst dadurch wird es wirklich mächtig: Was ist im Postfach passiert, was in den Projekten, was steht heute an. Eine zweite geplante Aufgabe zieht mir die aktuell erfolgreichsten Inhalte auf Instagram und LinkedIn.
- Das Tool nach Aufgabe wählen Für Webrecherche nehme ich Perplexity, dort gibt es geplante Aufgaben ebenfalls.
Bevor du den ersten Konnektor einrichtest
Ein Konnektor gibt der KI Zugriff auf Mails, Kalender, Dateien – also in aller Regel auf personenbezogene und sensible Daten. Das ist ein hochgradig datenschutzrelevantes Thema. Kläre es vorher ab, mit deinem Datenschutzbeauftragten oder einem Anwalt. Ich kann und darf dazu keine Rechtsberatung geben.
Dein Unternehmen agent-ready machen
Die Frage, die mir Unternehmen gerade am häufigsten stellen. Meine Antwort ist unspektakulär und wirkt sofort: dokumentieren.
- Den Test machen Könnte ein neuer Mitarbeiter sich allein anhand eurer Dokumentation einarbeiten und verstehen, wie die wichtigsten Prozesse laufen? Wenn ja, ist die Dokumentation gut. Genau dieser Maßstab gilt auch für KI-Agenten.
- Vier Dinge festhalten Prozesse, Kontext, Sicherheitsrichtlinien, Governance-Vorgaben. Das gilt auch für kleine Unternehmen – bei mir selbst genauso.
- Eine zentrale Quelle statt Wissen in jedem System Wenn das Wissen als Skill oder Instruktion in jedem Chatbot einzeln steckt, hast du keine Single Source of Truth. Ich lege es stattdessen zentral in Notion ab und gebe jeder KI über den Konnektor Zugriff darauf.
- Sprechen statt tippen Du musst keinen Prozess mehr runterschreiben. Geh in den Sprachmodus, erkläre den Ablauf, und lass die KI ihn anschließend über den Konnektor als saubere Struktur ablegen – in Notion, SharePoint, Confluence, was ihr eben nutzt.
Metaprompting: der Prompt, der dir Prompts schreibt
Schreib die Prompts nicht selbst. Überleg dir, welche Schritte in deinem Prozess viel Zeit kosten, und lass dir die Anweisung dafür von der KI bauen. Das ist ein anderes Level als selbst formulieren.
Du baust mir einen Prompt. Nicht die Antwort auf meine Aufgabe, sondern die Anweisung, mit der ich diese Aufgabe ab jetzt immer wieder erledigen lasse. Meine Aufgabe: [in ein paar Sätzen, ruhig unsortiert] SCHRITT 1 – Stell deine Fragen Bevor du schreibst, klär alles, was du für einen Prompt brauchst, der beim ersten Versuch funktioniert. Welche Fragen das sind, entscheidest du – du weißt besser als ich, was dir fehlt. Zwei Bedingungen: - Frag nichts, was sich aus meiner Beschreibung schon ableiten lässt. - Stell alle Fragen auf einmal, nummeriert, und warte meine Antworten ab. Bleibt danach etwas Entscheidendes offen, frag ein zweites Mal. Sonst fang an. SCHRITT 2 – Schreib den Prompt Aufbau, in dieser Reihenfolge: 1. Der Auftrag in einem Satz. Was am Ende dasteht – nicht, was die KI "sein" soll. 2. Der Kontext als Platzhalter in eckigen Klammern. Alles, was von Fall zu Fall wechselt, gehört dorthin. 3. Die Arbeitsschritte, nummeriert, in der Reihenfolge der Abarbeitung. Jeder Schritt liefert ein Ergebnis, keine Absichtserklärung. 4. Das Format des Ergebnisses. Wenn eine Tabelle passt, nenn die Spalten. 5. Abbruchkriterien: Wann soll die KI nachfragen statt weiterzumachen, und wo darf sie nichts ohne mich tun. SCHRITT 3 – Greif deinen eigenen Prompt an Nenn die drei wahrscheinlichsten Arten, wie das Ergebnis trotzdem unbrauchbar wird. Zu jeder: Welche Stelle im Prompt verhindert das? Wenn es keine gibt, bau sie ein und zeig mir, was du ergänzt hast. SCHRITT 4 – Liefer einen Testfall Füll die Platzhalter mit einem realistischen Beispiel, damit ich den Prompt sofort ausprobieren kann. REGELN FÜR DEN PROMPT, DEN DU SCHREIBST - Keine Rollenzuweisung, außer sie verändert das Ergebnis messbar. "Du bist ein erfahrener Experte" ändert nichts. - Keine Höflichkeit, keine Motivation, kein "gib dein Bestes". - Jede Anweisung muss prüfbar sein. "Schreib überzeugend" ist keine Anweisung. "Belege jedes Argument mit einer Zahl aus den Daten" schon. - Eine Stelle muss Unsicherheit ausdrücklich erlauben: lieber "das geht aus dem Material nicht hervor" als eine plausible Erfindung. - Der Prompt muss ohne unser Gespräch funktionieren. Keine Rückbezüge auf diesen Chat. Fehlt dir etwas Entscheidendes, frag danach. Denk es dir nicht aus.
Konnektoren, die ich sonst noch nutze
Eine Übersicht der Konnektoren, mit denen ich außerdem arbeite – nicht alle davon kommen in der Folge vor. Brevo und Beehiiv für Newsletter, automatisiert vor allem aus Claude heraus. Firecrawl als Alternative zu Apify, um komplette Websites zu crawlen. HeyGen für Animationen und kurze Videos – damit baue ich auch die Einblendungen hier im Podcast. Descript, um Videos automatisiert zu schneiden, Outtakes und Füllwörter raus. Asana, Linear und Monday aus dem Projektmanagement. Und von Atlassian die Konnektoren zu Jira und Confluence.
- ChatGPT Mit GPT-6 Astra ist Computer-Use deutlich besser geworden. Für die einzelnen Office-365-Tools gibt es jeweils eigene Konnektoren mit spürbar mehr Funktionen. ↗
- Claude Hat seit Kurzem einen eingebauten Browser – vorher lief Browser-Use nur über die Chrome-Erweiterung. Der Office-365-Konnektor deckt alles ab, kann aber teilweise nur lesen. ↗
- Perplexity Nutze ich für die tägliche KI-News-Recherche als geplante Aufgabe. Aus meiner Sicht eines der besten Tools für Webrecherche. ↗
- Notion Der Konnektor, den ich am längsten nutze und der bei mir am zuverlässigsten läuft. Dort liegt die zentrale Dokumentation, auf die alle KI-Systeme zugreifen. ↗
- Apify Absolut unterschätzt. Damit scrapst du praktisch das ganze Web – Statistiken aus Instagram, TikTok und LinkedIn, aber auch Wetter oder politische News. Fertige Scraper für fast alles. ↗
- Higgsfield Für mich eine der zwei wichtigsten Plattformen für Bild- und Videogenerierung. Per Konnektor direkt aus Claude und ChatGPT erreichbar. ↗
- Magnific Die zweite. Über den Konnektor kommst du an sämtliche Bild-, Video- und Audiomodelle. ↗
- Microsoft 365 Wird in Claude und ChatGPT unterschiedlich gehandhabt – ein Sammelkonnektor gegen einzelne Konnektoren je Tool. Bei Microsoft hängt ohnehin alles an den Berechtigungen. ↗
- Blender Das Beispiel für Computer-Use: Jemand beschreibt ein 3D-Objekt in normaler Sprache, die KI baut es im Programm. Auch im offiziellen Astra-Video von OpenAI zu sehen. ↗
- Adobe After Effects Gleiches Prinzip: Effekt beschreiben, die KI setzt ihn über Computer-Use im Programm um. ↗
- MyFitnessPal Mein Beispiel für Browser-Use. Es gibt keinen offiziellen Konnektor, deshalb bedient die KI die Seite selbst. ↗
- Gemini Für Webrecherche und Dinge wie Ausflugsplanung aus meiner Sicht extrem gut. ↗
- Jacob Coxon auf X Sein Rücktritt bei Anthropic: Weder OpenAI noch Anthropic handelten verantwortungsvoll, sie würden mit unserem Leben spielen. ↗
- Evan Hubinger auf X Der Sicherheitschef von Anthropic stimmt ihm öffentlich zu und beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass KI die Menschheit auslöscht, auf über 10 Prozent in den nächsten zehn Jahren. ↗
Wenn du Konnektoren, geplante Aufgaben und die Dokumentation für ein KI-Betriebssystem sauber aufsetzen willst: Die Schritt-für-Schritt-Kurse dazu liegen in der KI•POWERBOOST ACADEMY, zusammen mit den gesammelten Prompts.